Nach dem Trauma wieder sichtbar werden – ein Tanztherapeutischer Workshop vom 06. – 07. Juli 2019

– Von der Wirkkraft gemeinsamen Tanzens –

„…I dance cause I love, dance cause I dream, dance cause I`ve had enough, dance to stop the screams….it`s time to break the chain…“

(Break the chain, Text: Tena Clark, musik: Tena Clark/Tim Heintz)

Die Tanztherapie ist eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Sie nutzt Gespräch, Gestaltung und Tanz, um die Integration von Körper, Emotion und Kognition ins Gesamterleben zu ermöglichen.

Menschen mit traumatischen Grenzerfahrungen befinden sich im Umbruch. Sie erleben häufig ihren Körper als fremd, zweifeln an der Wirksamkeit ihres Handelns, Misstrauen ihren Gefühlen und erleben sich als isoliert von Lebensfreude und der Gemeinschaft Anderer. Gelingt es auf vertrauensvoller Grundlage zum Tanzen zu kommen kann sich manchmal die Angststarre lösen, Verstecktes sichtbar gemacht und betrauert werden und heilsamer Nähe sowie Überlebensstolz Platz machen. Tanz kann so nicht nur eine individuelle, sondern auch eine kollektive Wirksamkeit entwickeln. Er kann damit neben persönlich heilsamen Erfahrungen gesellschaftspolitische Formen von Solidarität und Empathie wachsen lassen, isolierter Angst, gemeinschaftliches Handeln entgegensetzen. Ein Beispiel bildet der seit 1998 am Valentinstag stattfindende jährliche Aktionstag  gegen Gewalt an Frauen, der 2012 zur globalen Bewegung „One Billion Rising“ wurde, an der sich 207 Länder beteiligten. Seitdem tanzen an diesem Datum viele Männer und Frauen öffentlich zu einem gemeinsamen Lied. Die Choreographie bildet das Erwachen aus der Ohnmacht, das sichtbare Nein gegenüber Grenzüberschreitungen und die Kraft von Gemeinschaft ab.

Im Workshop nähern wir uns bewegungsanalytisch und tänzerisch dieser Choreographie. Wir setzen die einzelnen Gesten als mögliche Veränderungsangebote im tanztherapeutischen Setting in Bezug zu Präferenzen im Bewegungsverhalten von Menschen mit traumatischen Erfahrungen und spüren der Wirkung nach. Ergänzend können meditative Kreis- und interkulturelle Reihentänze als ritualisiertes Gemeinschaftserleben und als stabilisierende Elemente in der Tanztherapie erfahren werden. Tänzerische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Anmeldung 

Däumling Institut
Gesellschaft für Psychologische Weiterbildung
und Forschung mbH
Georgstraße 12
53721 Siegburg

Conni Preis
Tel.: 02241 5 31 02
gestalt@daeumling-institut.de

2019-03-10T15:33:47+00:00